Sozialkunde

Sozialkunde in der Schule - wichtiger denn je

In Bayern heißt das Fach "Sozialkunde". In anderen Bundesländern werden teilweise die Synonyme "Gemeinschaftskunde" oder "Politische Bildung" verwendet.

Jeder von uns ist jeden Tag von einer großen Anzahl politischer Entscheidungen betroffen. Entscheidungen, die uns einschränken, sogar gängeln, die uns ärgern, die uns aber auch viele Vorteile bringen: Sicherheit, Freiheit, Freizügigkeit, freie Entfaltung der Persönlichkeit und für die meisten von uns auch annehmbare finanzielle Lebensbedingungen. Diese Vorteile gilt es zu bewahren - unsere Schüler können dafür Garanten sein. Engstirnigkeit, Vorurteile, Intoleranz gegenüber Andersdenkenden oder Hass auf "Fremde" führen heute in Deutschland dazu, dass vor allem ausländische Mitbürger neben physischen Verletzungen bis hin zum Mord auch psychischem Druck ausgesetzt sind. Solche Überbegriffe sind nicht nur eines zivilisierten Staates unwürdig, sie entlarven auch die Täter. Gewalt war schon immer der Ersatz für fehlende Argumente. Wir sind froh, dass an unserer Schule ausländerfeindliche Tendenzen nicht feststellbar sind; hier greift sicherlich auch der Tatbestand, dass persönliche Bekanntschaft Reibungen gar nicht erst entstehen lässt. Über 100 ausländische Mitschüler, das sind ca. 6 %, besuchen unsere Berufsschule. Vorbildcharakter für die Bekämpfung ausländerfeindlicher Tendenzen haben die Mitglieder der Schülermitverantwortung unserer Schule (SMV), deren Aktionen nicht nur zur Integration der ausländischen Mitschüler beitragen, sondern auch jedes Jahr konkrete Hilfe durch Spenden für Projekte in Entwicklungsländern oder im früheren Jugoslawien ermöglichen. Wir sehen es als Aufgabe unserer Schule, das friedliche Zusammenleben aller Bürger bei uns zu fördern. In diese Richtung zielen auch der neue bayerische Sozialkundelehrplan und unser eigener Unterricht. Toleranz bei unseren Schülern und auch in deren erweitertem Umfeld zu bewirken, ist die Voraussetzung für die Verwirklichung dieses Zieles.


Politik(er)verdrossenheit

Die in Presse, Rundfunk und Fernsehen oft beschworene Poltik(er)-verdrossenheit, die sich in niedrigen Wahlbeteiligungen und Uninteressiertheit der Jugend an Politik manifestiert, dürfte bei Teilen der Bevölkerung offen oder latent vorhanden sein. Unsere Aufgabe muss es daher sein, im Sozialkunde-Unterricht das Interesse unserer Schüler(innen) für Politik zu verstärken und sie für politische Sachverhalte zu sensibilisieren.


Wertschätzung des Faches

Die Wichtigkeit des Faches wird durch die geltende Stundentafel dokumentiert: Während in allgemeinbildenden Schulen das Fach nur sporadisch vermittelt wird (dafür gibt es jedoch die Fächer "Wirtschaft und Recht" und "Geschichte", beispielsweise an Gymnasien), haben alle Schüler der Berufsschule in den Jahrgangsstufen 10, 11, 12 und auch 13 (= Halbjahresklassen) pro Woche eine Stunde Sozialkunde-Unterricht. Die aktuelle Politik betont ebenfalls die Wichtigkeit des Faches.


Wertevermittlung

Sozialkunde soll also überwiegend "das Verständnis für Politik vermitteln". Dieses Ziel gilt jedoch in allen Staatsformen (Republik, "Volksrepublik", autokratische Regime) und Regierungsformen (Demokratie, Diktatur). Entscheidend ist also für unser Fach, welche Wertvorstellung wir unseren Schülern vermitteln sollen. Da solch eine Vermittlung politischer Sacherhalte nicht wertfrei sein kann, muss der Maßstab unsere demokratische Wertordnung mit dem Grundgesetz als Fundament sein.

Kontakt

Staatliche Berufsschule II
Prandtnerstraße 3
83278 Traunstein

0861 / 98 60 2-0
0861 / 98 60 2-30
info@bs2-ts.bayern.de

Aktuelle Infos

Kalender

MoDiMiDoFrSaSo





12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31




  • Einschulungstag

    Mo, 11.09.2017, 09:00 Uhr - 12:30 Uhr Berufsschule II Traunstein

Referenzschule für Medienbildung
Logo QmbS
mebis